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Mann mit Malerrolle streicht Wand | FSW / Romesh Phoenix

Asyl & Arbeit

Der Fonds Soziales Wien (FSW) unterstützt Beschäftigungs- und Integrationsprojekte für AsylwerberInnen. Im Rahmen von gemeinnützigen Hilfstätigkeiten vermittelt die Wiener Bildungsdrehscheibe AsylwerberInnen an Magistratsabteilungen und Organisationseinheiten der Stadt Wien. Jährlich können rund 400 geflüchtete Menschen auf diesem Weg erste Arbeitserfahrung sammeln sowie die im Sprachkurs erworbenen Deutschkenntnisse praktisch anwenden.

Neben den gemeinnützigen Tätigkeiten bieten kurzfristige Einsätze in der Saison- und Erntearbeit sowie Arbeiten in privaten Haushalten begrenzte Verdienstmöglichkeiten.


Beschäftigungsmöglichkeiten im Überblick

Gemäß dem Ausländerbeschäftigungsgesetz (AuslBG) braucht jede Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern eine behördliche Bewilligung (§§ 1 und 3 AuslBG). Als AusländerIn gilt, wer nicht die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt.

In den ersten 3 Monaten des Asylverfahrens herrscht ein absolutes Beschäftigungsverbot.

Nach diesen 3 Monaten kann eine Beschäftigungsbewilligung beantragt werden. Wird sie beantragt, wird eine Arbeitsmarktprüfung durchgeführt, um festzustellen, ob keine Österreicherin oder kein Österreicher für die entsprechende Beschäftigung zur Verfügung steht.

Als Beschäftigung im Sinne des AuslBG gilt jede Verwendung in einem Arbeitsverhältnis, auch in einem bloß arbeitnehmerähnlichen Verhältnis oder Ausbildungsverhältnis, einschließlich Volontariate, Ferial- bzw. Berufspraktika (vgl. § 2 Abs. 2 lit. a, b, c iVm § 5 AuslBG).

Diese Bestimmungen sind im Zusammenhang mit dem sogenannten „Bartenstein-Erlass“ aus dem Jahr 2004, der immer noch in Kraft ist, nachzulesen. Demnach dürfen Beschäftigungsbewilligungen an Asylwerberinnen und Asylwerber nur für Saisonbeschäftigung für maximal sechs Monate ausgestellt werden. Jedes Jahr werden pro Bundesland für Land- und Forstwirtschaft bzw. für Sommer- und Wintertourismus Kontingente festgelegt (§ 5 AuslBG), die vorgeben, wie viele Bewilligungen in diesen Branchen erteilt werden dürfen.

Asylwerberinnen und Asylwerber können ausschließlich im Rahmen dieser Kontingente eine bewilligte angestellte Erwerbstätigkeit durchführen.

Kontakt

Weitere Informationen erhalten Sie beim AMS Wien Service Ausländerbeschäftigung

Laut Grundversorgungsgesetz dürfen AsylwerberInnen gemeinnützige Hilfstätigkeiten in Gebietskörperschaften (Bund, Länder oder Gemeinden) übernehmen oder mit ihrem Einverständnis dafür herangezogen werden (vgl. § 7 Abs. 3 Grundversorgungsgesetz GVG-B). Dafür ist keine Beschäftigungsbewilligung nötig. Erlaubt sind auch Hilfstätigkeiten in den betreuten Unterkünften (z. B. Reinigung, Küchenbetrieb, Instandhaltung).

In gemeinnützigen Organisationen oder Gesellschaften dürfen Asylwerberinnen und Asylwerber keine gemeinnützigen Hilfstätigkeiten erbringen. Gemäß § 7 Abs. 6 GVG-B wird durch gemeinnützige Hilfstätigkeit kein Dienstverhältnis begründet. Reguläre Beschäftigungsverhältnisse dürfen durch gemeinnützige Hilfstätigkeiten nicht beeinträchtigt werden. Eine Konkurrenz zu gewerblichen Anbietern darf nicht entstehen. Über die Dauer der gemeinnützigen Hilfstätigkeit und die Höhe des Anerkennungsbeitrages sollte eine Vereinbarung abgeschlossen werden.

Arten der gemeinnützigen Hilfstätigkeiten

Eine Mitarbeit und Unterstützung ist z. B. in folgenden Bereichen möglich:

  • Unterstützung in der Administration
  • Landschaftspflege und Landschaftsgestaltung
  • Betreuung von Parkanlagen und Sportanlagen
  • Kinder-, Jugend- und Familienfürsorge
  • Mitarbeit in Betreuungseinrichtungen für alte, kranke oder behinderte Personen
  • Hilfstätigkeiten in Schulen, Kindergärten und Sozialeinrichtungen
  • Renovierung, Pflege, Reinigung und Instandhaltung von öffentlichen Gebäuden, Flächen, Anlagen oder Einrichtungen
  • Naturschutz, Umweltschutz, Artenschutz, Tierschutz
  • Denkmalpflege
  • Sprachmittlung
  • Unterstützung vor/während/nach Veranstaltungen der Gebietskörperschaft (Sportveranstaltungen, kulturelle Veranstaltungen, diverse Veranstaltungen im Integrationsbereich, Umweltschutzprojekte, Büchereiflohmarkt der stadteigenen Büchereien etc.)

Anerkennungsbeitrag

Gemäß § 7 Abs. 5 GVG-B ist der Asylwerberin/dem Asylwerber ein Anerkennungsbeitrag zu gewähren. Die Höhe des Anerkennungsbeitrages ist gesetzlich nicht geregelt. In Wien ist ein Anerkennungsbeitrag zwischen EUR 3,- und EUR 5,- üblich.

Insgesamt darf eine Asylwerberin/ein Asylwerber maximal EUR 200,- pro Monat aus gemeinnütziger Hilfstätigkeit erhalten. Die Vereinbarung von Tagespauschalen ist zulässig.

Der Anerkennungsbeitrag ist kein Entgelt und unterliegt nicht der Einkommenssteuerpflicht.

Die Auszahlung kann täglich, im Anschluss an die vereinbarten Tage, wöchentlich oder am Monatsende erfolgen.

Versicherung

Geflüchtete Menschen, die in Wien in Grundversorgung sind und gemeinnützige Hilfstätigkeiten erbringen, sind über den FSW unfall- und haftpflichtversichert.

Kontakt

Geflüchtete Menschen, die eine gemeinnützige Hilfstätigkeit ausüben möchten, erkundigen sich am besten bei der Wiener Bildungsdrehscheibe.

Der Dienstleistungsscheck (DLS) ist Zahlungsmittel und Lohn für Menschen, die in privaten Haushalten arbeiten. AsylwerberInnen dürfen mit Dienstleistungsschecks entlohnt werden, wenn sie seit mindestens drei Monaten zum Asylverfahren zugelassen sind.

Mit Dienstleistungsscheck können einfache haushaltstypische Arbeiten in einer Wohnung, einem Haus oder Garten (z. B. reinigen, Rasen mähen, Kinder beaufsichtigen, einkaufen gehen) bezahlt werden, nicht aber in einem Betrieb oder in einem Büro.

Wer in Österreich arbeitet, muss zur Sozialversicherung angemeldet sein. Mit dem Dienstleistungsscheck sind Asylwerberinnen und Asylwerber automatisch unfallversichert und können schon während ihres laufenden Asylverfahrens legal arbeiten und Geld verdienen.

Anmeldung

Wer mit dem Dienstleistungsscheck arbeiten will, muss gemeinsam mit der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber das Dienstleistungsscheck-Formular ausfüllen und unterschreiben. Die Anmeldung erfolgt über ein Beiblatt oder direkt online über www.dienstleistungsscheck-online.at.

Bezahlung

Für die Arbeit mit Dienstleistungsscheck werden mindestens 12,34 Euro pro Stunde bezahlt. Die Zuverdienstgrenzen im Rahmen der Grundversorgung müssen beachtet werden. AsylwerberInnen dürfen mit dem Dienstleistungsscheck nicht mehr als 110 Euro pro Monat plus 80 Euro pro Monat für jede angehörige Person verdienen. Darüber hinausgehendes Einkommen wird auf die Grundversorgungsleistungen angerechnet.

Den Dienstleistungsscheck in der Höhe des vereinbarten Lohnes (in Euro) erhält man nach der Arbeit von der Arbeitgeberin bzw. vom Arbeitgeber.

Diesen Dienstleistungsscheck muss man zur BVAEB (Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau, Lessingstraße 20, 8010 Graz) schicken oder man kann ihn unter www.dienstleistungsscheck-online.at elektronisch einlösen. Danach wird das verdiente Geld auf das angegebene Konto überwiesen oder per Post an die angegebene Adresse zugestellt.

Versicherung

Durch den Dienstleistungsscheck sind ArbeitnehmerInnen automatisch unfallversichert.

Kontakt

DLS-Kompetenzzentrum

Gemäß § 7 Abs. 2 GVG-B ist die Ausübung einer selbstständigen Erwerbstätigkeit in den ersten drei Monaten nach Einbringung des Asylantrages unzulässig.

Wer nach Ablauf dieser Frist eine selbstständige Erwerbstätigkeit anmeldet,

  • verliert den Anspruch auf Grundversorgung,
  • muss sich bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) und der Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen (SVA) selbst versichern,
  • Kammerumlage entrichten,
  • Einkommenssteuer zahlen und
  • alle gewerberechtlichen und sonstigen mit der Gewerbeausübung in Zusammenhang stehenden gesetzlichen Bestimmungen einhalten.

Allgemeine Informationen zur Gewerbeanmeldung finden Sie hier.

Die Gewerbeanmeldung erfolgt beim örtlich zuständigen Magistratischen Bezirksamt (MBA), also im MBA jenes Bezirkes, in dem sich der Gewerbestandort befindet.

Die Wirtschaftsagentur Wien bietet Informationen für GründerInnen in verschiedenen Sprachen sowie Workshops zu den Themen Unternehmensplanung, Gewerberecht, Rechtsformen, Steuern und Abgaben an.

Kontakt

Wirtschaftsagentur Wien

Gründerservice Wirtschaftskammer Wien

Gründerservice AMS Wien

Volontärinnen und Volontäre sind Personen, die zur Erweiterung und Anwendung von Kenntnissen oder zum Erwerb von Fertigkeiten für die Praxis ohne Arbeitspflicht und ohne Entgeltanspruch bis zu drei Monate in Österreich beschäftigt werden.

Ein geplantes Volontariat oder Arbeitstraining ist beim Arbeitsmarktservice (AMS) und der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) anzumelden und muss von diesen bewilligt werden. Es bestehen keine Arbeitspflicht und kein Entgeltanspruch.

Tätigkeiten

Grundsätzlich gilt, dass VolontärInnen nicht für Hilfstätigkeiten, einfache Arbeiten oder Arbeiten auf Baustellen eingesetzt werden dürfen. Geflüchtete Menschen dürfen jedoch in der Anfangsphase Hilfs- und Anlerntätigkeiten übernehmen, da hier die Förderung der Integration im Vordergrund steht.

Dauer

Ein Volontariat dauert maximal drei Monate. Eine Verlängerung ist nicht möglich.

Kontakt

AMS Wien Service Ausländerbeschäftigung

Freiwilligenarbeit dürfen alle in Österreich lebenden Personen, unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft, übernehmen ‒ somit auch AsylwerberInnen. Freiwillige dürfen aber nicht unter dem Titel der „Ehrenamtlichkeit“ in arbeitnehmerähnlichen Verhältnissen eingesetzt werden.

Freiwilliges Engagement bzw. eine unentgeltliche ehrenamtliche Tätigkeit im Sinne des § 2 Abs. 2 FreiwG liegt dann vor, wenn eine natürliche Person

  • freiwillige Leistungen für andere,
  • in einem organisatorischen Rahmen,
  • unentgeltlich,
  • mit dem Zweck der Förderung der Allgemeinheit oder aus vorwiegend sozialen Motiven und
  • ohne dass dies in Erwerbsabsicht, aufgrund eines Arbeitsverhältnisses oder im Rahmen einer Berufsausbildung erfolgt, erbringt.

Die Freiwilligenarbeit ist damit bewilligungsfrei.

Freiwilligenarbeit ist auf kurze Zeiteinheiten (nur einige Stunden pro Woche) zu beschränken.

Wie komme ich zu einer Freiwilligentätigkeit?

Aktuelle Angebote bieten zum Beispiel folgende Plattformen:

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